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Radtouren eines Senioren

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IM ALLGÄU, DER RADWEG UM DEN FORGGENSEE

 Füssen – Schwangau – Berghof – Roßhaupten – Rieden – Füssen

(34 km / 150 Hm↑)

Text & Fotos: André-S. Niedzielski

 

Der Autor  „on Tour“…

An dem Tag, sicheres Hochdruckwetter und das ist wesentlich, weil die Region im Voralpengebiet ihre volle Pracht erst unter strahlendem Himmel  zeigen kann. Bei dieser sonnigen Frühlingsperiode, durch  einen leichten Föhneinfluss deutlich wärmer als sonst, bietet das Ostallgäu, südwestlich von München, ideale Bedingungen für die klassische Radtour um den Forggensee.

Füssen am Lech

Start der kleinen Gruppe in Füssen, ein historisches Städtchen mit 18.000 Einwohnern am Lech gelegen, ein Fluss der aus dem benachbarten Tirol kommt. Der Lech muss eine enge Passage, mit einem bei Hochwasser spektakulärem Wasserfall durchqueren, um dann den Forggensee zu erreichen. Dieser etwa 12 Kilometer lange Stausee ist im Jahre 1953 entstanden, um die Wasserfluten, vor allem bei der Schneeschmelze, zu regulieren und Strom zu erzeugen. Der Forggensee wurde nach und nach zur touristischen Attraktion im Allgäuerland.

In Füssen gibt es viele Möglichkeiten auf den Parkplätzen bequem die Autos abzustellen. Wir starten unsere Radtour mitten in der Stadt, am Kaiser Maximilianplatz.  Hier steht auch das Büro der Touristen-Information.

Der ordentlich markierte Radweg führt uns direkt zum Lech und zum Elektrizitäts-Werk, wo Fußgänger und Radfahrer den Fluss überqueren können (allerdings Fahrverbot für die Radler wegen Enge und Schienen…also kurz schieben). Von da an Richtung Schwangau, ein Dorf mit 3200 Einwohnern, vor allem durch die Nähe der weltberühmten Schlösser von Ludwig II. von Bayern bekannt. Auf dem Weg: Horn und ein Stück weiter Waltenhofen (ebenso Gemeinde Schwangau) mit seiner markanten  Kirche, gegründet im Mittelalter, erweitert und erhöht im 16. JH., später um 1712-1715 auch barockisiert. Eine Besichtigung lohnt sich. Sankt Maria und Florian mit der weißen hohen  Fassade bleibt  rund um den See als Anhaltspunkt  gut sichtbar.

Gasthaus Weinbauer in Schwangau

Der Radweg bringt uns jetzt nach Brunnen, auch eine Teilgemeinde von Schwangau, wo eine kleine Ache überquert wird. Es geht nun  nach Nord-Osten auf einer einige Kilometer langen Strecke, etwas abseits vom Forggensee und in vorsichtiger Teilbenutzung mit dem landwirtschaftlichen Verkehr.

Sankt Maria und Florian in Schwangau-Waltenhofen

Dafür gibt es idyllische Aussichten in den Farben der Bayerischen Flagge: Blau für den Himmel und weiß für die Berggipfel die noch verschneit sind. Hier und da bereits grasende Kühe, die nach einem langen Winter im Stall, das neue Grün genießen. Auf nach Süden exponierten Flächen kommt bereits der intensiv gelbe Löwenzahn zum Vorschein.

Bald erscheint auf der linken Seite des Radweges ein Zeuge der Gletschervorgeschichte der Region: der Hergratsriedersee. Eher ein großer Teich mit natürlicher Fischzucht. Vom Ufer aus kann man zeitweise mächtige Hechte auf der Lauer bewundern. Oberhalb vom See thront ein  Allgäuer Bauernhof und daneben eine winzige Kapelle… perfekte Fotomotive.

Hergratsriedersee

Frisches Gras!

 

 

 

 

 

Nach diesen malerischen Bildern, ein scharfer Anstieg mit bis zu 7% Steigung um daran zu erinnern, dass Fluss- und Seeradwege nicht immer flach verlaufen.

Bergpanorama

Noch ein Weiler, Greith und danach ein beeindruckender Panorama-Aussichtspunkt über die gesamte Bergkette des Füssener Beckens. Unweit davon kommt man zu einer Imbiss-Stelle, an einem ruhigen Teich gelegen, wo der Radfahrer einen Fruchtsaft oder ein gutes bayerisches Bier, natürlich alkoholfrei und mit üppigem Schaum genießen kann.

Der Radweg macht jetzt einen Schwenk und läuft voll gegen Westen. Stiebis, nur einzelne Häuser und Ausgangspunkt für eine lange und steile Abfahrt bis 12,5%, die gleich von Anfang an gut kontrolliert gefahren werden muss. Mit dem Schwung gelangt man fast bis zum nächsten See, der Illasbergsee, Fortsetzung des Forggensees.

Am Illasbergsee

Imbiß am Illasbergsee

 

 

 

 

 

 

Danach ein längerer Anstieg, der eine gewisse Kondition verlangt. Aber am Ziel lässt der ausgezeichnete Ausblick über die gesamte Seelänge, die Anstrengung schnell vergessen: Die verschiedenen Dörfer an den Ufern, die Stadt Füssen im Hintergrund und der grandiose alpine Rahmen…Allgäu pur.

Bergab geht es weiter bis zur Hauptstaumauer des Forggensees, der insgesamt 15 Quadratkilometer aufweist und damit der größte Stausee Deutschlands ist. Kürzlich gebaut, ein Seitenabfluss für die häufigen Hochwasserperioden.

Auf dem Weg nach Roßhaupten

Von der Staumauer aus geht der Weg steil aufwärts bis zu einem Plateau der Fluss und See überragt und nach Roßhaupten führt, ein typisches kleines Bergdorf mit noch aktiven Bauernhäusern, Pensionen, Handwerksbetrieben und überall schützende Dächer, Zeugen von langen und strengen Wintern.

Vor der Unterführung der Hauptstraße (B16), Richtung Ortsmitte, macht der Radweg einen Knick nach Süden, geradeaus zur Bergkette und Füssen. Von da an ein eher absteigendes Radwegprofil.

Gleich nach der Tiefenthalbrücke biegt man scharf nach links um das Seeufer zu erreichen, anstatt geradeaus am Hauptstraßenrand zu fahren. Die B16 ist verkehrsintensiv und laut. Schnelle Abfahrt auf der man vorsichtig bleiben muss, denn der Belag wechselt mitten in einer scharfen Kurve von asphaltiertem Radweg auf Schotterweg.

Plakat über die Via Claudia Augusta am Weg

Bald erreicht man ein Pausenareal mit einzelnen Bänken, einem kleinen Strand und  aufgestellten Holzfiguren, Symbol für die geschichtlich gesicherte Präsenz der Römer in der Gegend. Genau an dieser Stelle sollen Spuren der berühmten Via Claudia Augusta, eine hochwertige römische Route über die Alpen, zwischen dem aktuellen Norditalien und Süddeutschland, verlaufen .

Nach Dietringen mit der Segelschule und mehreren Cafés am Seeufer, fährt man am hiesigen  Tierheim vorbei, wo verlassene Wesen mit Geduld auf den sich erbarmenden Besucher warten.

Kurze Passage durch eine Schlucht mit Rechtseckkurve am Tiefpunkt…Vorsicht ist hier geboten! Am Ausgang der Schlucht öffnet sich ein breiter Ausblick über die Gegend, ähnlich wie eine gigantische Postkarte. Mit dem Forggensee im Vordergrund, dahinter die Stadt Füssen, die Schlösser von König Ludwig II. und die weiße Kirche von Waltenhofen…das Ganze durch die mächtige Bergkette der Alpen umrahmt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ab dem Dorf Rieden, hoch über dem See, eine lange Abfahrt Richtung Seeufer und den im Füssener Land  bekannten Café Maria mit breiter Terrasse und schmalen Bootssteg für die Besucher die den Wasserweg vorziehen. Für Alle eine große Palette an Torten und Kuchen zur Auswahl.

Café Maria

 

 

Tegelberg (li) und Säuling (re)… kaum sichtbar, aber auf dem Bild: Schloss Neuschwanstein und die weiße Kirche von Waltenhofen

Wieder eine kurze, im Laufe der Radtour seltene Schotterstrecke und schon haben wir die Nähe von Füssen erreicht: das Festspielhaus, ein mächtiges Gebäude aus Stahlbeton unmittelbar am Seeufer gelegen, sehr funktionell, errichtet zwischen 1998 bis 2000 für das Ludwig II. – Musical. Das dramatische Leben des Königs sollte hier auf Dauer dargestellt werden: große Bühne mit effektvollem Abschlussakt, wo Ludwig II. von Bayern langsam in einem dafür gebauten Schwimmbecken, das an den Starnbergersee erinnern soll, versinkt. Historisch tragisches Ende des Märchenkönigs, nach wie vor mysteriös geblieben. Es gab aber allerlei Schwierigkeiten und lange Ausfälle beim Musical, jetzt soll der Betrieb mit buntem Programm wieder starten.

Unweit davon der Bootshafen der Stadt mit Café, Hotel, Minigolf  und die Schiffe die im Sommer bei vollem Füllstand des Forggensees (Ende Mai bis Mitte Oktober) die Touristen befördern. Praktisch: Die Radmitnahme ist erlaubt. In den Wintermonaten wird der See weitgehend abgelassen, um freie Kapazitäten für die Schneeschmelze zu gewähren.

Ostufer

Der Radweg führt jetzt am Lech entlang bis zum E-Werk und kurz davor nach rechts abbiegend, direkt zum Maximilianplatz und zur Touristeninformation der Stadt.

…bald in Füssen

Fazit: Eine Radtour mitten in einem charaktervollen Voralpengebiet mit zahlreichen überwältigenden Aussichtspunkten in Verbindung mit dem stets präsenten Forggensee.

http://www.meine-velotouren.de/zehn-seen-auf-einen-streich-eine-allgaeu-radtour/

http://www.meine-velotouren.de/skilanglauf-im-allgaeu-die-schwangauer-runde-1/

NB/ 2018 : Durch dringende Arbeiten an der Staumauer des Sees, wird dieses Jahr das Auffüllen verzögert. Genaue Angaben bei der Touristen Information in Füssen

NB/ 2019 : Erfreuliche  aktuelle Pressenachricht. Dem Aufstau des Forggensees steht in diesem Jahr nichts mehr im Wege. Der See soll bis zum 1 Juni voll sein. Die Behelfsumleitung am Damm für Fußgänger und Radfahrer ist wieder freigegeben worden. Bis Ende Juli soll auch die Strasse normal befahren werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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